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HVPI Eurozone Mai 2026: +3,2 Prozent (Flash) – Dienstleistungen springen auf 3,5 Prozent, EZB-Zinserhöhung am 11. Juni rückt näher

Eurostat hat am 2. Juni 2026 die Flash-Schätzung der Eurozone-Inflation für Mai 2026 vorgelegt: +3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, nach +3,0 Prozent im April. Treiber bleiben Energie (+10,9 Prozent, getrieben vom Nahost-Konflikt seit Mitte Mai) und überraschend Dienstleistungen, die auf +3,5 Prozent springen – nach +3,0 Prozent im April. Die Kernrate ohne Energie zieht ebenfalls von 2,2 auf 2,4 Prozent an. Damit wird die EZB-Sitzung am Donnerstag, 11. Juni 2026, zum geldpolitischen Wendepunkt: Märkte preisen die erste Leitzinserhöhung seit September 2023 mit rund 75 Prozent Wahrscheinlichkeit ein – Einlagensatz voraussichtlich von 2,00 auf 2,25 Prozent. Für Bauzinsen, Tagesgeld und ETF-Realrenditen verschiebt sich damit der Erwartungspfad spürbar nach oben.

EU-Entgelttransparenzrichtlinie ab 7. Juni 2026: Gehaltsspanne in der Stellenanzeige, Verbot der Frage nach dem Altgehalt

Am Sonntag, 7. Juni 2026, läuft die Umsetzungsfrist der EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2023/970) ab. Arbeitgeber müssen Bewerberinnen und Bewerbern künftig das Einstiegsgehalt oder eine konkrete Gehaltsspanne in der Stellenausschreibung – spätestens aber vor dem ersten Gespräch – nennen, und die Frage nach dem bisherigen Gehalt ist verboten. Beschäftigte aller Unternehmensgrößen erhalten ein Auskunftsrecht über das Durchschnittsentgelt vergleichbarer Kolleginnen und Kollegen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Deutschland verfehlt die Frist – das Umsetzungsgesetz wird erst Anfang 2027 erwartet, die ersten Berichtspflichten für Arbeitgeber ab 250 Beschäftigten greifen ab 7. Juni 2027 jährlich. Bis dahin können sich Beschäftigte des öffentlichen Sektors und in EU-rechtskonformer Auslegung auch andere bereits auf zentrale Vorgaben berufen.

Einbürgerungen 2025: 332.500 (+14 Prozent) – Rekord seit 2000, Türkei und Russland je +51 Prozent durch Mehrstaatigkeit

Das Statistische Bundesamt hat am 3. Juni 2026 die Einbürgerungsstatistik 2025 vorgelegt: 332.500 Menschen erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit – ein Plus von 14 Prozent zum Vorjahr (292.000) und der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2000. Größte Gruppe bleiben syrische Staatsangehörige mit 65.600 Einbürgerungen (-21 Prozent), kräftig zugelegt haben dagegen Türkei (+51 Prozent / 34.100), Russland (+51 Prozent / 19.700) sowie Bosnien (+126 Prozent), USA (+100 Prozent) und Albanien (+97 Prozent) – getrieben von der seit 27. Juni 2024 generell zulässigen Mehrstaatigkeit. Für den Arbeitsmarkt heißt das: 332.500 zusätzliche vollwertige Lohnsteuer- und Beitragszahler kompensieren teilweise die auf 235.000 abgesackte Nettozuwanderung – die Erwerbsbasis wird stabilisiert, nicht ausgebaut.

Arbeitsmarkt Mai 2026: 2,95 Millionen Arbeitslose – saisonbereinigt nur -12.000, Frühjahrsbelebung bleibt aus

Die Bundesagentur für Arbeit hat am 29. Mai 2026 die BA-Presseinfo Nr. 18 mit den Arbeitsmarktzahlen für Mai 2026 vorgelegt: Die Arbeitslosenzahl sank auf 2,95 Millionen (-58.000 zum Vormonat), die Arbeitslosenquote auf 6,3 Prozent. Damit fällt die Zahl zwar wieder unter die im April erstmals seit 2011 überschrittene Drei-Millionen-Marke – saisonbereinigt steht aber nur ein Rückgang um 12.000 Personen, im Vorjahresvergleich ein Plus von 31.000. "Trotz eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit ist die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen", so BA-Vorständin Andrea Nahles. Für Lohnverhandlungen heißt das: Die Position der Beschäftigten bleibt branchenabhängig deutlich schwächer als noch 2024.

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