Lohnsteuer vs. Einkommensteuer: Wo der Unterschied liegt
Lohnsteuer und Einkommensteuer werden häufig gleichgesetzt – tatsächlich beschreibt der eine Begriff nur eine besondere Erhebungsform des anderen.
Die Einkommensteuer als Oberbegriff
Die Einkommensteuer ist die Steuer auf das gesamte Einkommen einer natürlichen Person – egal, ob es aus nichtselbständiger Arbeit, aus Vermietung, aus Kapitalvermögen oder aus einem Gewerbebetrieb stammt. Sie wird einmal jährlich im Rahmen der Steuererklärung und der anschließenden Veranlagung endgültig festgesetzt.
Die Höhe der Einkommensteuer richtet sich nach dem progressiven Steuertarif: Je höher das zu versteuernde Einkommen, desto höher der Grenzsteuersatz. Der Grundfreibetrag bleibt dabei für alle steuerfrei.
Die Lohnsteuer als Vorauszahlung
Die Lohnsteuer ist keine eigene Steuerart, sondern eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer für Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber behält sie direkt vom Bruttolohn ein und führt sie ans Finanzamt ab. Sie ist damit eine monatliche Vorauszahlung auf die Jahres-Einkommensteuer.
Wie viel Lohnsteuer einbehalten wird, hängt von der Steuerklasse ab. Die Steuerklasse ist nur ein vereinfachtes Verfahren, um die voraussichtliche Jahressteuer monatlich zu schätzen – sie bestimmt nicht die endgültige Höhe der Steuer.
Warum die Steuererklärung den Ausgleich schafft
Weil die Lohnsteuer nur eine Schätzung ist, weicht sie fast immer von der tatsächlichen Jahressteuer ab. Die Steuererklärung gleicht diese Differenz aus: Hast du übers Jahr zu viel Lohnsteuer gezahlt, gibt es eine Erstattung, hast du zu wenig gezahlt, wird nachgefordert.
Den groben Effekt deiner Lohnsteuer kannst du im Gehaltsrechner durchspielen. Er zeigt dir, wie viel Lohnsteuer in deiner Steuerklasse monatlich einbehalten wird und wie sich das auf dein Netto auswirkt.