Wochenarbeitszeit & Teilzeitquote 2025: Vollzeit bei 39,9 Stunden, Teilzeitquote auf neuem Höchststand von 31,9 Prozent

Das Statistische Bundesamt hat am 27. Mai 2026 die Daten zu Wochenarbeitszeit und Teilzeitquote 2015–2025 vorgelegt. Vollzeitbeschäftigte arbeiten 2025 im Schnitt nur noch 39,9 Wochenstunden – 0,6 Stunden weniger als 2015. Gleichzeitig ist die Teilzeitquote auf 31,9 Prozent gestiegen, bei Müttern auf 66,4 Prozent. Für die persönliche Lohnplanung heißt das: Stundenbruch und Netto pro Stunde rücken in den Mittelpunkt.

Wichtige Punkte

Vollzeit kürzer, Teilzeit länger – warum sich die Mitte verschiebt

Der neue Destatis-Bericht zeigt zwei Bewegungen, die sich seit zehn Jahren überlagern: Vollzeitbeschäftigte arbeiten 2025 im Schnitt 39,9 Wochenstunden – also 0,6 Stunden weniger als 2015. Gleichzeitig haben Teilzeitbeschäftigte ihr Pensum von 19,3 auf 21,3 Wochenstunden ausgebaut, ein klares Plus von 2,0 Stunden. Die klassische 40-Stunden-Vollzeit verliert an Boden, während Teilzeitmodelle in Richtung „lange Teilzeit" (25 bis 30 Stunden) wachsen.

Diese Verschiebung passt zu zwei parallelen Entwicklungen: Tarifabschlüsse wie der TVöD 2025/2026 enthalten zusätzliche freie Tage und längere Arbeitszeitkonten, und der Fachkräftemangel zwingt Arbeitgeber, attraktivere Teilzeitmodelle anzubieten. Aus Beschäftigtensicht entscheidet ab 2026 stärker denn je das Stundenpensum – nicht der reine Stundenlohn – darüber, was am Monatsende auf dem Konto landet. Im Teilzeitrechner zeigt sich der Effekt sofort: 30 statt 25 Wochenstunden bedeuten je nach Brutto zwischen 350 und 700 Euro mehr netto pro Monat, deutlich mehr als ein Tariflohn-Plus von 2,8 Prozent.

Frauen, Mütter, Ruheständler – wo Teilzeit zur Norm geworden ist

Mit 50,6 Prozent arbeitet 2025 erstmals jede zweite weibliche Beschäftigte in Teilzeit. Bei Männern stieg die Quote von 10,6 auf 14,3 Prozent – das ist ein deutlicher Trend, aber bleibt weit hinter dem Frauenanteil. Besonders krass ist die Lücke bei Eltern: 66,4 Prozent der Mütter mit Kindern unter 18 Jahren sind in Teilzeit, bei Vätern nur 8,6 Prozent. Diese strukturelle Schieflage wirkt sich direkt auf Lebenseinkommen, Rentenpunkte und Steuerklassenwahl aus – Paare sollten den Steuerklassenwechsel 2026 (V/III oder IV mit Faktor) konsequent mit dem Steuerklassen-Wechsel-Rechner durchspielen.

Ein zweiter Hotspot ist das Erwerbsleben nach 65: 53,4 Prozent der 65-Jährigen, die noch arbeiten, tun das in Teilzeit – bei 70-Jährigen sind es 90,3 Prozent. Die seit Januar 2026 geltende Aktivrente lässt zusätzlich bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn pro Monat steuerfrei – die Kombination aus Rente und Teilzeit-Hinzuverdienst wird damit zum Standardmodell. Wer plant, nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterzuarbeiten, sollte mit dem Teilzeitrechner einen sauberen Vergleich von Brutto- zu Nettoeffekten machen und dabei die Sozialabgaben (die anders als bei der Steuer auch nach Renteneintritt anfallen) korrekt einrechnen.

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