Steuerschätzung Mai 2026: 87,5 Milliarden Euro weniger bis 2030
Der Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ erwartet bis 2030 deutlich geringere Steuereinnahmen. Für Beschäftigte zählt vor allem, dass der enge Haushaltsspielraum die Chancen auf zusätzliche Entlastungen verkleinert.
Wichtige Punkte
- Der Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ tagte vom 5. bis 7. Mai 2026 in Stralsund zu seiner 170. Sitzung.
- Für die Jahre 2026 bis 2030 werden gesamtstaatlich rund 87,5 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen erwartet als in der Schätzung vom Oktober 2025.
- Grundlage ist die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung mit nur noch 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum für 2026.
Worum es bei der Steuerschätzung geht
Der Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ ist ein unabhängiges Gremium, das zweimal im Jahr prognostiziert, mit welchen Steuereinnahmen Bund, Länder und Gemeinden rechnen können. Die Ergebnisse sind die Grundlage für die Haushaltsplanung der öffentlichen Hand.
Die Mai-Schätzung 2026 fällt deutlich gedämpfter aus als die Vorhersage vom Oktober 2025. Hauptgründe sind die schwache Konjunktur, eingetrübte weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und gestiegene Energiepreise.
Was das für deine Finanzplanung bedeutet
Geringere Steuereinnahmen verengen den Spielraum für zusätzliche Entlastungen. Kurzfristig ändert sich an deiner Lohnabrechnung dadurch nichts: Grundfreibetrag, Steuertarif und Beitragssätze für 2026 stehen bereits fest.
Sinnvoll ist deshalb, mit den heute geltenden Werten zu planen, statt auf weitere Entlastungen zu setzen. Wer eine Gehaltsänderung oder einen Jobwechsel vor sich hat, sollte das Netto mit den aktuellen Parametern durchrechnen.
- Mit den festen Eckwerten 2026 rechnen, nicht mit erhofften Entlastungen.
- Brutto-Änderungen immer auf den Nettobetrag herunterrechnen.
- Steuererstattung oder Nachzahlung früh grob abschätzen.