Inflation Mai 2026 (Flash): +2,6 Prozent – Energie verliert Tempo, Kerninflation bleibt bei 2,5 Prozent

Das Statistische Bundesamt hat am 29. Mai 2026 die vorläufige Inflationsrate für Mai 2026 vorgelegt: +2,6 Prozent zum Vorjahresmonat (HVPI +2,7 Prozent), nach +2,9 Prozent im April. Gegenüber dem Vormonat fielen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Treiber bleibt die Energie (+6,6 Prozent), aber deutlich langsamer als im April (+10,1 Prozent). Die Kerninflation hält hartnäckig bei 2,5 Prozent – und damit über dem EZB-Ziel.

Wichtige Punkte

Warum 2,6 Prozent trotzdem keine Entwarnung sind

Auf den ersten Blick wirkt der Flash-Wert für Mai wie eine deutliche Entspannung: Nach +2,9 Prozent im April fällt die Inflationsrate um 0,3 Prozentpunkte auf +2,6 Prozent, und gegenüber dem Vormonat sind die Verbraucherpreise sogar um 0,2 Prozent gesunken. Der Großteil dieser Bewegung kommt aber von einem einzigen Faktor: der seit 1. Mai 2026 befristet wirksamen Senkung der Energiesteuer. Sie drückt die Tankpreise um rund 17 Cent je Liter und schlägt direkt in der Position „Kraftstoffe" durch. Genau deshalb fallen auch die Energiepreise im Jahresvergleich nur noch um 6,6 Prozent – nach +10,1 Prozent im April.

Sobald die Energiesteuersenkung am 30. Juni 2026 ausläuft, kippt dieser Effekt sofort wieder ins Negative: Die Tankpreise steigen über Nacht um die ersparten Cent zurück, und die Jahresinflation klettert mechanisch nach oben. Wer für die zweite Jahreshälfte plant, sollte daher nicht mit 2,6 Prozent als „neuer Normalität" rechnen. Die hartnäckigere Botschaft des Berichts steckt in der Kerninflation: Ohne Nahrungsmittel und Energie liegt die Teuerung bei 2,5 Prozent – exakt dort, wo sie seit Monaten hängt, und damit klar über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Dienstleistungen sind mit +3,1 Prozent erneut der größte Preistreiber.

Was 2,6 Prozent Inflation für dein Netto und deine Sparpläne bedeuten

Für die Reallohnrechnung ist Mai zunächst ein Lichtblick: Die jüngsten Tarifabschlüsse (TVöD +2,8 Prozent, Bruttolöhne BIP +4,3 Prozent) liegen wieder klar über der Teuerung – im Mai bleibt nominal mehr übrig als ein Jahr zuvor. Wer wissen will, was real ankommt, sollte das Bruttoplus aus dem Gehaltsrechner zuerst auf netto umrechnen und dann gegen die 2,6 Prozent stellen. Bei einer Steuerklasse I mit Krankenkassen-Zusatzbeitrag von 3,1 Prozent werden aus 2,8 Prozent Bruttozuwachs schnell nur 1,7 bis 2,0 Prozent netto – knapp unterhalb der aktuellen Inflation.

Für Sparende ist die Botschaft gemischt: Tagesgeldzinsen bei guten Direktbanken liegen bei rund 2,0 bis 2,3 Prozent – nach Abgeltungssteuer und Soli bleibt eine Realrendite nahe null. Wer Inflation langfristig schlagen will, braucht die Aktienquote: Im ETF-Sparplan-Rechner lohnt sich der Blick auf die reale Rendite – also Brutto-Rendite minus 2,5 Prozent erwartete Inflation. Auch für die Immobilienentscheidung gilt: Bei Bauzinsen von 3,8 bis 4,3 Prozent und einer Kerninflation von 2,5 Prozent bleibt die EZB unter Druck, ihren Leitzins bei 2,0 Prozent zu halten oder im Juni sogar zu erhöhen. Das stützt eher das Mieten- als das Kaufen-Szenario im Mieten-oder-Kaufen-Rechner.

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