Auftragseingang Bauhauptgewerbe März 2026: Hochbau +9,9 Prozent, Tiefbau bricht um 20,1 Prozent ein
Das Statistische Bundesamt hat am 22. Mai 2026 den Auftragseingang im Bauhauptgewerbe für März 2026 vorgelegt. Insgesamt fiel der real, kalenderbereinigte Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,7 Prozent – getragen aber von einer klaren Erholung im Hochbau (+9,9 Prozent), während der Tiefbau um 20,1 Prozent einbrach. Für die Frage Mieten oder Kaufen ist die Hochbau-Wende ein erstes Lichtsignal.
Wichtige Punkte
- Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Pressemitteilung am 22. Mai 2026: Im März 2026 fiel der real, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,7 Prozent.
- Sparte Hochbau (Wohnungs- und Gewerbebau): +9,2 Prozent zum Vormonat und +9,9 Prozent zum Vorjahresmonat – nach mehreren Jahren Auftragsflaute die erste klar positive Wende.
- Sparte Tiefbau (Straßen, Brücken, Leitungen): -10,7 Prozent zum Vormonat, -20,1 Prozent zum Vorjahresmonat. Die öffentliche und industrielle Infrastrukturnachfrage bricht weiter weg.
- Im Bauhauptgewerbe waren im März 2026 rund 545.000 Personen beschäftigt – ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der nominale Umsatz stieg um 5,3 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro, real allerdings nur um 2,5 Prozent.
Hochbau zieht an, Tiefbau bricht weg
Zum ersten Mal seit dem Zinsschock 2022 zeigt der Hochbau im März 2026 ein zweistelliges Auftragsplus zum Vorjahr – +9,9 Prozent real, kalenderbereinigt. In den Hochbau fallen vor allem der Wohnungsbau, der gewerbliche Hochbau (Bürogebäude, Hallen, Hotels) und der Verwaltungsbau. Im Wohnungsbau wirkt jetzt die Kombination aus stabilisierten Bauzinsen (3,8 bis 4,3 Prozent), nachlassendem Baupreisanstieg und der politischen Förderkulisse – die Belebung trifft auf einen Markt, der 2025 nur 206.600 fertiggestellte Wohnungen hervorgebracht hat, den tiefsten Wert seit 2012.
Im Tiefbau dagegen verfestigt sich der Einbruch: Aufträge sind dort im März 2026 um 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, im Dreimonatsvergleich liegt der Bereich 0,9 Prozent niedriger. Tiefbau heißt vor allem Straßen, Brücken, Schienen und Leitungen – also exakt die Infrastruktur, die für Pendlerinnen und Pendler im Jobwechsel-Vergleich relevant ist. Wer in einer Region mit veralteter Verkehrsinfrastruktur lebt, sollte mit verzögerten Sanierungen und steigenden Pendelzeiten rechnen.
Was die Hochbau-Wende für Mieten oder Kaufen heißt
Die durchschnittliche Bauzeit vom Auftrag bis zur Fertigstellung liegt aktuell bei 27 Monaten – die Hochbau-Aufträge aus dem März 2026 werden also frühestens Ende 2028 als bezugsfertige Wohnungen sichtbar. Bis dahin bleibt das Angebot extrem knapp, der Druck auf Mieten und Kaufpreise hoch. Die Hochbau-Wende ist daher ein Signal, kein Marktwandel.
Für die persönliche Mieten-oder-Kaufen-Entscheidung ändert sich kurzfristig wenig: Wer im Sommer 2026 kauft, kalkuliert mit Bauzinsen zwischen 3,8 und 4,3 Prozent, knappem Angebot in den Großstädten und einer Tilgungsrate, die häufig nicht unter 3 Prozent fallen sollte. Wer mietet, sollte das gesparte Eigenkapital im ETF-Sparplan parken und die Mietsteigerungen mit dem Mieten-oder-Kaufen-Rechner gegen den hypothetischen Eigentumsfall durchrechnen – inklusive Instandhaltungsrücklage, Hausgeld und Wertsteigerungsannahme.
- Hochbau-Aufträge laufen 2 bis 3 Jahre vor der Fertigstellung – Markteffekt frühestens 2028.
- Tiefbau-Einbruch -20,1 Prozent: Veraltete Verkehrsinfrastruktur, längere Pendelzeiten, höhere Wegekosten einkalkulieren.
- Bauzinsen 3,8 bis 4,3 Prozent bleiben der wichtigste Hebel in der Kaufrechnung.
- Mieten-oder-Kaufen-Vergleich immer mit Tilgung, Hausgeld, Instandhaltung und Wertsteigerung sauber gegenrechnen.